Medikamente / Psychoaktive Arzneimittel

Medikamentenabhängigkeit

Medikamente sind wichtige Heilmittel für die Linderung und Behandlung von Krankheiten. Manchmal kann die Einnahme von Medikamenten jedoch auch zu einem Medikamentenmissbrauch bis hin zu einer Abhängigkeit führen. Besonders groß ist das Risiko bei der Einnahme von Schlaf- und Beruhigungsmitteln (Benzodiazepinen).

Groben Schätzungen zufolge sind in Österreich 150.000 Menschen von Schlaf- oder Beruhigungsmitteln abhängig, allerdings könnte die Dunkelziffer auch weit höher liegen.

Grundsätzlich lassen sich zwei Formen von Abhängigkeiten unterscheiden:

  • Abhängigkeit von niedrigen Dosen: Wenn jemand ein therapeutisch verordnetes Medikament – etwa gegen Angst, Schlaflosigkeit oder Nervosität – über einen längeren Zeitraum einnimmt und sich dadurch eine körperliche Abhängigkeit durch den Gewöhnungseffekt entwickelt. Wird das Medikament abgesetzt, kommt es zu Entzugssymptomen.
  • Abhängigkeit von hohen Dosen: Medikamente werden meist nicht aufgrund aktueller Beschwerden, sondern um die berauschende Wirkung zu erzielen, eingenommen. Neben der körperlichen entwickelt sich auch eine psychische Abhängigkeit.

Wirkung

Psychoaktive Arzneimittel wirken direkt auf das Gehirn und können dort unter anderem aufputschend, beruhigend oder schmerzlindernd wirken.

Risiken

Grundsätzlich sollten Medikamente immer nur nach ärztlicher Verordnung oder in Absprache mit einer Ärztin beziehungsweise einem Arzt eingenommen werden. Auch die verordnete Einnahmedauer und -dosis darf nicht ohne Rücksprache verändert werden.

Werden Schlaf- oder Beruhigungsmittel (Benzodiazepine) über einen längeren Zeitraum genommen, kann das verschiedene soziale und psychische Konsequenzen nach sich ziehen (Gleichgültigkeit, Gereiztheit, schnellere Erschöpfbarkeit, Einschränkungen des Interesses, Beziehungsprobleme etc.). Zudem besteht das Risiko, eine Abhängigkeit zu entwickeln.

Vor allem bei höheren Dosierungen von Benzodiazepinen kann es zu folgenden Problemen kommen:

  • Gedächtnisstörungen, reduzierte Aufmerksamkeit, verminderte Wahrnehmungs- und Reaktionsfähigkeit, Beeinträchtigung des Gefühlslebens
  • erhöhte Gefahr von Unfällen im Straßenverkehr, der Arbeit oder Freizeit
  • im Fall einer Schwangerschaft besteht ein Risiko für das ungeborene Kind
  • Mischkonsum mit anderen Substanzen, wie Alkohol kann zu gravierenden Verhaltensstörungen führen und erhöht das Risiko für eine Überdosierung
  • tödliche Überdosierung

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aktualisiert am 16. Dezember 2019
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