Posttraumatische Belastungsstörung

Was ist eine Posttraumatische Belastungsstörung?

Ein traumatisches Ereignis ist ein außergewöhnlich bedrohliches oder katastrophales Ereignis, das bei fast jedem Menschen zu einer sehr großen Verzweiflung führen würde. Dazu zählen unter anderem das Erleben von körperlicher oder sexueller Gewalt, Überfällen, Terroranschlägen, Kriegen, Folter, Naturkatastrophen, schweren Unfällen, der plötzliche und unerwartete Tod einer nahestehenden Person oder die Diagnose einer lebensbedrohlichen Krankheit.

Die Posttraumatische Belastungsstörung ist eine Reaktion auf ein traumatisches Ereignis. Sie tritt in der Regel in den ersten Wochen beziehungsweise Monaten nach dem belastenden Lebensereignis auf. Jedoch kann die Symptomatik auch erst Jahre später zum Vorschein treten.

Es wird davon ausgegangen, dass innerhalb eines Jahres 0,5 Prozent bis 1 Prozent der Bevölkerung von einer Posttraumatischen Belastungsstörung betroffen ist. Es gibt länderspezifische Unterschiede und deutliche Häufungen bei bestimmten Gruppen (beispielsweise Rettungskräfte, Menschen mit Flucht- beziehungsweise Kriegserfahrungen).

Traumata können auch bei der Entstehung anderer psychischer Erkrankungen eine wichtige Rolle spielen. Dazu zählen Essstörungen, Depressionen, Angsterkrankungen, Abhängigkeitserkrankungen sowie Persönlichkeitsstörungen.


Anzeichen und Symptome

Bei einer Posttraumatischen Belastungsstörung kommt es typischerweise zu einem Wiedererleben des Traumas in Form von belastenden Erinnerungen und Träumen, die sich immer wieder aufdrängen, ohne dass der oder die Betroffene das kontrollieren kann.

Die Betroffenen befinden sich oft in einem Zustand der geistigen und körperlichen Übererregung, die sich in Form von Schreckhaftigkeit, Gereiztheit, Konzentrationsproblemen und Schlafstörungen äußern kann. Gleichzeitig tritt eine emotionale Taubheit auf, die mit einem Interessensverlust, Teilnahmslosigkeit, Freudlosigkeit und Gefühl der Entfremdung einhergehen kann.

Situationen und Aktivitäten, die mit dem Trauma in Verbindung gebracht werden und Erinnerungen an dieses hervorrufen könnten, werden aktiv vermieden.

Behandlungsmöglichkeiten

In der Behandlung einer Posttraumatischen Belastungsstörung ist es wichtig, eine für den beziehungsweise die Betroffene sichere Umgebung zu schaffen, um eine weitere Trauma-Einwirkung zu verhindern.

Im Rahmen der geschützten Bedingungen eines therapeutischen Settings kann eine Auseinandersetzung mit den Erinnerungen an das traumatische Erlebnis stattfinden.

Bevor mit der Trauma-Bearbeitung begonnen wird, muss eine ausreichende psychische Stabilität abgeklärt beziehungsweise hergestellt werden. Die Psychotherapie wird gegebenenfalls durch eine Psychopharmakotherapie begleitet.


Telefonische Hilfe und Beratung

Psychiatrische Soforthilfe: 01/313 30 (24h, auch sonn- und feiertags)

Telefonseelsorge: 142 (24h, auch sonn- und feiertags)

Kriseninterventionszentrum: 01/406 95 95 (Mo-Fr, 10-17 Uhr)

Rat auf Draht: 147 (24h, auch sonn- und feiertags)

aktualisiert am 16. Dezember 2019
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