Depression

Was ist eine Depression?

Eine vorübergehende Niedergeschlagenheit, Traurigkeit oder Hoffnungslosigkeit gehört zu den grundlegenden menschlichen Reaktionen auf Belastungen oder Verlusterlebnisse. Bei Depressionen sind diese Symptome jedoch intensiver, länger andauernd und treten oft ohne erkennbaren Grund auf. Sie sind für die Betroffenen sehr belastend und gehen mit Einschränkungen einher.

Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen, in etwa jeder fünfte Mensch ist im Laufe seines Lebens von einer Depression betroffen. Depressionen können in jedem Alter auftreten. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Die Ursachen für die Entstehung einer Depression sind komplex, unter anderem können kritische Lebensereignisse, Einsamkeit, negative Bindungserfahrungen, frühe Traumata, fehlende soziale Unterstützung, neuro-biologische Faktoren, eine genetische Veranlagung, körperliche Erkrankungen und bestimmte Persönlichkeitsmerkmale eine Rolle spielen.

Depressionen treten oft gemeinsam mit weiteren psychischen Erkrankungen auf, dazu gehören unter anderem Angststörungen, Abhängigkeitserkrankungen, somatoforme Störungen, Essstörungen und Persönlichkeitsstörungen.


Anzeichen und Symptome

Charakteristisch sind eine dauerhaft niedergeschlagene, traurige Stimmung, Antriebslosigkeit und rasche Ermüdung, eine verminderte Aktivität sowie ein Interessensverlust und Freudlosigkeit. Häufig treten Konzentrationsprobleme, Schuldgefühle, Selbstzweifel, große Zukunftsängste, Appetitlosigkeit und Schlafstörungen auf, bei schwereren Episoden auch Suizidgedanken. Weitere mögliche körperliche Symptome sind Schwindel, Kopfschmerzen und eine allgemeine Kraftlosigkeit, ebenso kann eine psychomotorische Verlangsamung zu beobachten sein.

Typisch für Depressionen ist ein episodischer Verlauf, der sehr unterschiedlich sein kann. Depressive Episoden können einmalig oder wiederholt auftreten. Es kann auch zu einem chronischen Verlauf kommen.

Je nach Schweregrad der Erkrankung kann zwischen leichten, mittelgradigen und schweren Depressionen unterschieden werden. Depressive Verstimmungen, die über mehrere Jahre andauern und in ihrer akuten Ausprägung weniger schwer als eine depressive Episode sind, werden als dysthyme Störung bezeichnet.

Behandlungsmöglichkeiten

Depressionen können mittels Psychotherapie und medikamentöser Behandlung (Antidepressiva), die meist kombiniert werden, sehr wirksam behandelt werden. Die Wahl der konkreten Therapieform hängt vom Schweregrad, Verlauf und den individuellen Wünschen und Bedürfnissen der Betroffenen ab.

Meistens ist eine ambulante Behandlung möglich. Antidepressiva sind insbesondere bei schweren Depressionen unverzichtbar. Im Rahmen der Psychotherapie werden unter anderem ungünstige Denk- und Verhaltensmuster bearbeitet, Aktivitäten gefördert und Kompetenzen aufgebaut.

Die Therapie zielt auf die Linderung beziehungsweise den vollständigen Rückgang akuter Symptome ab. Die soziale Teilhabe und die Möglichkeit zur Ausübung der beruflichen Tätigkeit soll gefördert sowie eine Stabilisierung und Verhinderung von Rückfällen erreicht werden.


Telefonische Hilfe und Beratung

Psychiatrische Soforthilfe: 01/313 30 (24h, auch sonn- und feiertags)

Telefonseelsorge: 142 (24h, auch sonn- und feiertags)

Kriseninterventionszentrum: 01/406 95 95 (Mo-Fr, 10-17 Uhr)

Rat auf Draht: 147 (24h, auch sonn- und feiertags)

aktualisiert am 16. Dezember 2019
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