Psychische Erkrankungen

Was sind psychische Erkrankungen?

Psychische Erkrankungen entwickeln sich meist über einen längeren Zeitraum hinweg und werden oft von der Umwelt, aber auch den Betroffenen selbst, nicht als solche wahrgenommen. Viele glauben, die Erkrankung alleine bewältigen zu müssen oder dass es sich bei den Symptomen um persönliche Schwächen handelt.

Doch psychische Erkrankungen sind eben Krankheiten und genauso wie bei körperlichen Erkrankungen, haben die Betroffenen ein Recht auf Hilfe und Behandlung. Psychische Erkrankungen können jeden und jede treffen und in jeder Familie vorkommen.

In Europa ist laut WHO ein Viertel der Bevölkerung jährlich von einer psychischen Erkrankung betroffen – dazu gehören auch Sucht- beziehungsweise Abhängigkeitserkrankungen. Angststörungen, affektive Störungen (zum Beispiel Depressionen, bipolare Störungen), somatoforme Störungen sowie Störungen durch Substanzgebrauch gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. In Österreich lagen psychische Erkrankungen im Jahr 2021 hinsichtlich der Anzahl der Krankenstandstage an vierter Stelle.


Welche Ursachen gibt es?

Psychische Erkrankungen entstehen aus einem komplexen Zusammenspiel psychologischer, biologischer und sozialer Faktoren.

Traumatisierungen, Gewalterfahrungen und der Verlust wichtiger Bezugspersonen in der Kindheit, erhöhen das Risiko für psychische Erkrankungen. Bestimmte Persönlichkeitseigenschaften können den Ausbruch einer psychischen Erkrankung begünstigen.

Ebenso können familiäre Konflikte, Partnerschaftsprobleme, chronische Arbeitsüberlastung, Armut, Arbeitslosigkeit und soziale Exklusion zu der Entwicklung einer psychischen Erkrankung beitragen.

Psychische Erkrankungen beziehungsweise die Risikofaktoren für diese können auch mit genetischen Faktoren sowie neurobiologischen und körperlichen Prozessen – dazu gehören auch körperliche Erkrankungen – in Zusammenhang stehen.

Je nach psychischer Erkrankung und Lebensphase stehen unterschiedliche Faktoren und deren Wechselwirkungen im Vordergrund.


Wie kommt es zur Diagnose?

Die Diagnose einer psychischen Erkrankung kann nur von Ärztinnen und Ärzten beziehungsweise Psychiaterinnen und Psychiatern, Klinischen Psychologinnen und Klinischen Psychologen oder Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten gestellt werden.

Im österreichischen Gesundheitssystem wird die Diagnose einer psychischen Erkrankung anhand der „International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems“ (ICD-10), einem Diagnoseklassifikationssystem der WHO, gestellt. Neben der ICD-10 gilt das "Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders" (DSM - 5) der American Psychiatric Association (APA) als ein maßgebliches Klassifikationssystem psychischer Erkrankungen.

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Statistik Austria

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