Demenzen

Was sind Demenzen?

Demenzen zählen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen im höheren Lebensalter. Die meisten Demenzformen entstehen durch Erkrankungen des Gehirns, sind anhaltend und fortschreitend.

Dabei ist die Alzheimer-Krankheit am häufigsten, gefolgt von den vaskulären (gefäßbedingten) Demenzen. Weitere Demenzformen sind die Frontotemporale Demenz, die Lewy-Körperchen-Demenz und die Demenz bei Morbus Parkinson. Demenzerkrankungen verlaufen in mehreren Stadien und erstrecken sich über viele Jahre, in denen sich die Krankheitsmerkmale immer mehr verstärken.

Alle Formen von Demenzerkrankungen haben drei verschiedene Symptombereiche: kognitive Einbußen, verschiedene Formen von Verhaltensänderungen sowie zunehmende Schwierigkeiten bei der Bewältigung des Alltags.


Anzeichen und Symptome

Das häufigste Symptom dementieller Erkrankungen ist eine merkliche Verschlechterung der Gedächtnisleistung, wobei es davor schon zu Veränderungen des Verhaltens kommen kann. Neben der Beeinträchtigung weiterer kognitiver Fähigkeiten (Sprache, Aufmerksamkeit, Orientierung, Wahrnehmung, Denkvermögen), können psychische Symptome (unter anderem Depression, Apathie, Angst, Wahnvorstellungen, Halluzinationen, Schlafstörungen) und Verhaltenssymptome (unter anderem Bewegungsdrang, Unruhe, Aggressivität, Schreien) auftreten.

Die Symptome unterscheiden sich in ihrer Art, Ausprägung und Verlauf je nach Demenzform und -stadium. Während bei der Alzheimer-Erkrankung zunächst die Vergesslichkeit im Vordergrund steht, sind für die Lewy-Körperchen-Demenz Halluzinationen und Aufmerksamkeitsstörungen typisch. Die Schlüsselsymptome der Frontotemporalen Demenz („Pick-Krankheit“), die häufig bereits im 5. oder 6. Lebensjahrzehnt beginnt, sind Auffälligkeiten im Sozialverhalten, Persönlichkeitsveränderungen und der Abbau sprachlicher Fähigkeiten.

Mit Ausnahme der vaskulären Demenz, die auch plötzlich beginnen kann, sind für viele Demenzformen ein schleichender Beginn und eine langsame Entwicklung typisch.

Neben diesen „primären Demenzen“ gibt es sogenannte sekundäre Demenzen, die unter anderem durch Medikamente, langjährigen Alkoholmissbrauch, Tumorerkrankungen, Kopfverletzungen, Stoffwechselerkrankungen und Mangelernährung ausgelöst werden können.

Behandlungsmöglichkeiten

Ein frühzeitiges Erkennen und Behandeln dementieller Erkrankungen ist wichtig, um das Voranschreiten der Symptome zu verringern und die Lebensqualität der Betroffenen und auch der Angehörigen zu verbessern.

Im Rahmen eines Gesamtbehandlungsplans werden medikamentöse Therapieverfahren (insbesondere Antidementiva) und psychosoziale Interventionen (beispielsweise Alltags- und Gedächtnistrainings, Bewegungs-, Musik- und Ergotherapie) individuell und auf das jeweilige Demenzstadium abgestimmt. Die Angehörigenberatung beziehungsweise -entlastung sollte ein zentraler Bestandteil des Gesamtbehandlungsplans sein.


Telefonische Hilfe und Beratung

Psychiatrische Soforthilfe: 01/313 30 (24h, auch sonn- und feiertags)

Telefonseelsorge: 142 (24h, auch sonn- und feiertags)

Kriseninterventionszentrum: 01/406 95 95 (Mo-Fr, 10-17 Uhr)

aktualisiert am 16. Dezember 2019
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