Schlafstörungen

Was sind Schlafstörungen?

Von Schlafstörungen wird dann gesprochen, wenn die Qualität, der Zeitpunkt und die Dauer des Schlafes beeinträchtigt sind.

Schlafstörungen haben unterschiedliche Ursachen: Sie können organisch, durch Substanzen (Medikamente, Alkohol, Koffein und andere Suchtmittel) oder psychosoziale Faktoren bedingt sein.

Zu den wesentlichen psychosozialen Faktoren, die zur Entwicklung von Schlafstörungen beitragen, gehören psychosoziale Stressoren (hoher Arbeitsdruck, Partnerschaftsprobleme etc.) und eine ungünstige Schlafhygiene (spätabendliche Smartphone-/Computernutzung, Essen oder Sport kurz vor dem Zubettgehen, Lärm und Licht). Auch Faktoren die dazu führen, dass die innere Uhr nicht mit den Hell- und Dunkelphasen übereinstimmt (zum Beispiel Jet-Lag, Schichtarbeit), können Schlafstörungen begünstigen.

Zudem können Schlafstörungen als Symptom psychischer Erkrankungen auftreten oder diese mitverursachen beziehungsweise verstärken. Zu den psychischen Erkrankungen, die mit Schlafstörungen einhergehen können, gehören unter anderem Angststörungen, affektive Erkrankungen (zum Beispiel Depression), demenzielle Erkrankungen, Psychosen (Schizophrenie, bipolare Störungen) und Abhängigkeitserkrankungen.


Anzeichen und Symptome

Die konkreten Symptome von Schlafstörungen variieren je nach Form. Charakteristisch für alle Schlafstörungen ist, dass die Beeinträchtigung der Qualität, des Zeitpunktes und der Dauer des Schlafes sowie die daraus resultierenden Probleme und Beschwerden als sehr belastend erlebt werden. Die Betroffenen fühlen sich untertags oft müde und haben den Eindruck, dass sie nicht so belastbar und leistungsfähig sind. Auch körperliche Symptome wie Kopfschmerzen, Übelkeit oder Kreislaufprobleme können auftreten.

Die nichtorganische Insomnie gehört zu den häufigsten, nicht im Rahmen anderer Erkrankungen auftretenden Schlafstörungen. Sie ist durch eine, über einen längeren Zeitraum andauernde, unzureichende Schlafqualität und -menge gekennzeichnet und umfasst Einschlaf-, Durchschlafstörungen und zu frühes Aufwachen am Morgen.

Betroffene der nichtorganischen Insomnie (aber auch anderer Schlafstörungen), geraten typischerweise in einen sogenannten psychophysiologischen Teufelskreis: Zunächst kommt es aufgrund von Stress oder anderen persönlichen Belastungen zu Schlafproblemen. Die Schlafprobleme beziehungsweise die Angst vor weiteren Schlafproblemen führen zu einer körperlichen und geistigen Unruhe und zu schlafhinderlichen Gedanken und Verhaltensweisen. Die negativ erlebten Folgen der Schlaflosigkeit erhöhen wiederum den Druck und die Angst vor weiteren Schlafproblemen.

Behandlungsmöglichkeiten

Je nach Ursache und Schweregrad werden Schlafstörungen unterschiedlich behandelt. Treten die Schlafstörungen aufgrund von organischen oder psychischen Erkrankungen auf, werden diese zuerst beziehungsweise gemeinsam mit den Schlafstörungen behandelt.

Zentral in der Behandlung von Schlafstörungen ist die Vermittlung grundlegender Informationen zum Schlaf und zur Schlafhygiene.

Die nichtorganische Insomnie kann mittels Psychotherapie und/oder Psychopharmakotherapie behandelt werden. Die meisten verschreibungspflichtigen Medikamente sollten jedoch nur über einen kürzeren Zeitraum eingenommen werden.

In der Psychotherapie stehen Methoden zur körperlichen und geistigen Entspannung, zur Förderung der Schlafhygiene, zur Strukturierung des Schlaf-Wach-Rhythmus und zur Vermeidung schlafhinderlicher Gedanken im Vordergrund.


Telefonische Hilfe und Beratung

Psychiatrische Soforthilfe: 01/313 30 (24h, auch sonn- und feiertags)

Telefonseelsorge: 142 (24h, auch sonn- und feiertags)

Kriseninterventionszentrum: 01/406 95 95 (Mo-Fr, 10-17 Uhr)

Rat auf Draht: 147 (24h, auch sonn- und feiertags)

aktualisiert am 16. Dezember 2019
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