Medien

Was ist Mediensucht?

Smartphones, das mobile Internet und moderne Formen der Kommunikation sind Teil unseres Alltags und unserer Lebenswelt. Sie dienen dem Kontakt mit anderen Menschen, können Anregungen bieten sowie Kenntnisse und Fertigkeiten vermitteln und fördern. Oft sind Medien auch ein Mittel zur Ablenkung und Entspannung. Ein Zuviel kann allerdings auch problematisch werden. Der Konsum kann zur Flucht vor Alltagsproblemen dienen und gesundheitliche und soziale Folgen nach sich ziehen.

Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass eine Gefährdung in Richtung Abhängigkeit besonders bei Online-Spielen, bei Kommunikationsangeboten wie Chats und sozialen Netzwerken und beim Konsum von Sex- und Pornoseiten gegeben ist.

Die anerkannten Klassifikationssysteme (ICD-10, DSM-5) führen die Mediensucht nicht als eigenständige Störung auf. In der neuen ICD-11, die im Mai 2019 von der WHO vorgestellt wurde, wird krankhaftes Video- oder Online-Spielen als anerkannte Erkrankung angeführt.


Mögliche Anzeichen für eine problematische Mediennutzung

  • Einengung der Interessen auf bestimmte Medien (beispielsweise soziale Medien, Online-Spiel)
  • sozialer Rückzug
  • intensiver Drang bestimmte Medien zu nutzen
  • Kontrollverlust über den Gebrauch
  • zeitliche Steigerung der Nutzung (häufiger und länger)
  • Symptome wie zum Beispiel Nervosität, wenn bestimmte Medien nicht genutzt werden (Entzugserscheinungen)
  • Gesprächen zum Umgang mit bestimmten Medien wird aus dem Weg gegangen
  • der Gebrauch ist ein Versuch, negative Gefühle zu verdrängen
  • Leistungsrückgang beziehungsweise Probleme in der Schule oder im Beruf
  • Veränderter Tag-Nacht-Rhythmus, verändertes Essverhalten, Gewichtsveränderungen, Haltungsprobleme, Augenbelastung, Übermüdung etc.

Mögliche Risiken einer exzessiven Nutzung

  • Negative Auswirkungen auf soziale Beziehungen, auf die Entwicklung sozialer Kompetenzen oder auf die berufliche beziehungsweise schulische Leistungsfähigkeit
  • Körperliche Probleme (Haltungsschäden, Probleme wegen gestörtem Essverhalten, Sehschwierigkeiten, Kopfschmerzen)
  • Entwicklung einer Abhängigkeit
  • Negative Auswirkungen durch Inhalte, beispielsweise durch jugendgefährdende Inhalte, die die soziale und psychosexuelle Entwicklung negativ beeinflussen können

Telefonische Hilfe und Beratung

Verein Dialog: 01/205 552 500

aktualisiert am 16. Dezember 2019
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